Gewährleistung und Garantie beim Autokauf

Nach § 434 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) bedeutet die Gewährleistungspflicht des Verkäufers, dass er für den einwandfreien Zustand des Kaufgegenstandes zum Übergabetermin einstehen muß. Beim Verkauf muß die Sache frei von Fehlern sein.

Gewährleistung setzt voraus, dass der Fehler von Anfang an bestanden haben muß. Tritt ein Mangel in den ersten sechs Monaten nach Übergabe auf und wird dem Verkäufer angezeigt, muß der Verkäufer beweisen, dass der Fehler nicht schon beim Verkauf vorhanden war. Nach Ablauf dieser Frist muß der Käufer beweisen, dass das Problem bereits bei Übergabe vorhanden war.

Die Gewährleistung umfaßt nicht den kostenlosen Austausch von Verschleißteilen (z.B. Batterie, Zahnriemen, Bremsscheiben und -klötze).

Beispiel:

Der Wasserstandsanzeiger bei einem gebraucht gekauften Audi A 6 ist nach zwei Monaten seit der Übergabe defekt und blinkt. Sofern der Verkäufer dieses Teil nicht im Rahmen der Gewährleistung kostenlos austauschen will, muß er beweisen, dass der Geber bei Übergabe in Ordnung war. Dies könnte er durch eine Bestätigung seines Autoverkäufers machen.

Tritt derselbe Fehler nach sieben Monaten seit der Übernahme des Fahrzeuges auf, müßte der Käufer beiwesen, dass der Mangel bereits beim Verkauf vorhanden war.

Garantie:

Die Garantie geht über die Gewährleistung hinaus und ist eine freiwillig Zusage des Herstellers oder des Verkäufers. Weil der Verkäufer sie freiwillig gibt, kann er auch entscheiden, wie weit die Garantie beschränkt wird. Soweit Beschränkungen vorgenommen werden, die mit den berechtigten Erwartungen des Verbrauchers unvereinbar sind, sind Garantieausschlüsse unwirksam. Deshalb muß sich der Gebrauchtwagenkäufer immer die schriflichen Garantieerklärungen mit dem Unfang der Leistungen und der die Garantie umfassenden Teile mitgeben lassen. Nur diese Sachen/Arbeiten sind während der Garantiezeit kostenlos auszuwechseln.  

Beispiel:

Der Geber im vorgenannten Beispiel wurde nicht von den Garantieleistungen erfaßt, so dass der Käufer den Austausch selbst bezahlen múß.

Fazit:

Obwohl von Gebrauchtwagenverkäufern mit einer umfassenden Garantie geworben wird, muß der Käufer sehr oft die Reparturleistungen selbst bezahlen. Entscheident ist somit die erste Probefahrt nach der Übergabe. In dieser müssen die gesamten Fehler festgestellt werden. Es ist sehr schwer vom Käufer zu beweisen, dass der Mangel tatsächlich bei der Übergabe vorhanden war. Der Autoverkäufer als Zeuge vor Gericht kann immer bestätigen, dass bei seiner letzten Probefahrt vor der Übergabe dieser Mangel nicht vorhanden war. Ein Sachverständiger wird im Nachhinein schwer feststellen können, zu welchem Zeitpunkt der Fehler erstmals vorlag.

Deshalb bieten die Gewährleistung und die eingeschränkte Garantie keine größere Sicherheit.

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